Sie sind hier:» Home» FREIZEIT & TOURISMUS
AKTUELL: TOURISMUS, KULTUR & FREIZEIT

Wenn die Vernunft schläft – Lesung der Turmschreiberin Tanja Kinkel vor Schülern


Die diesjährige Turmschreiberin Dr. Tanja Kinkel hat ihren Aufenthalt auf der Burg Abenberg nicht nur genutzt, um literarisch tätig zu sein, sondern auch für verschiedene Lesungen vor Schulklassen. Für ihre Lesung vor Klassen der Mittel- und Oberstufe las sie aus ihrem letzten Roman „Schlaf der Vernunft“.

Gruppenbild mit AutorinBuch über den Deutschen Herbst

Tanja Kinkel, bekannt für ihre historischen Romane, hat sich in diesem Buch einem zeitgenössischen Thema gewidmet und entfaltet das spannende Drama des Deutschen Herbstes. Es geht um den Terrorismus der RAF in den 1970er Jahren, aber auch um die Geschichte der Nachkommen der Terroristen und der Opfer.  Täter und Opfer kommen in ihrer Erzählung gleichermaßen vor. In klaren, prägnanten Worten schilderte Kinkel jeweils die Ereignisse zwischen den einzelnen Passagen,  die sie aus ihrem Roman las.  Die Schüler lauschten der Geschichte aufmerksam.

 

Aus vielen Mosaiksteinchen entsteht ein neues Bild

Im zweiten Teil der Lesung stellte sich die Autorin den Fragen ihrer Zuhörer. Ob sie eine bevorzugte Epoche habe, in der sie ihre Romane ansiedelte, wollte eine Schülerin wissen. Kinkel antwortete, dass sie ohne spezielle Vorlieben durch die Geschichte wandere und sowohl über reale wie fiktive Personen schreibe. Freimütig erzählte sie aus ihrem Leben als Schriftstellerin und wie sie zu ihren Themen komme. So war das Vorbild für den Staatssekretär im Justizministerium, der im Roman einem Terroranschlag zum Opfer fällt, ein Freund ihrer Familie, der als Parlamentarischer Staatssekretär im Justizministerium in den 70er Jahren zum gefährdeten Personenkreis gehörte. " Ihr müsst euch vorstellen, es ist eine Alltagssituation in den 70er Jahren. Die Familien sind befreundet. Und auf einmal kann der Mann nicht mehr zu uns kommen, und sei es auch nur für eine Grillfeier, ohne dass vorher Personenschützer die Lage auskundschaften.“ Kinkel setzte für den Roman viele Mosaiksteinchen aus tatsächlichen Ereignissen und Personen zu einem neuen Bild zusammen. Als Gemeinsamkeit der RAF-Terroristen zu den islamistischen Terroristen unserer Tage sieht die Autorin die Isolierung zu ihrer Umgebung und der Gesellschaft, in die sich die Terroristen begeben, bis sie jeglichen Bezug zur Realität verloren haben und ihre Opfer nicht mehr als Menschen wahrnehmen.

Die Frage, ob sie von ihren Protagonisten Steckbriefe anfertige, verneinte Kinkel. Sie mache sich nur Notizen zu den Personen und führe Tabellen über wichtige Details und Ereignisse, um nicht Begebenheiten aus verschiedenen Epochen zu vermischen.

Für Schüler, die gerne selber Geschichten schreiben möchten, hatte Tanja Kinkel zum Schluss den Tipp, sich unbedingt jemanden zum Gegenlesen zu suchen. Diese Person sei fast so wichtig wie der Autor selbst.



Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.


« zurück
Link zu contentXXL
©Landratsamt Roth 2017
generiert am 26.09.2017 22:04:51 ­